Landschaft und Oberfläche

Wie offenbart sich dem Betrachtenden eine Landschaft? Aus der Vogelperspektive ist er in der Lage sich das große Ganze bis zum Horizont zu erschließen. Der Horizont bildet dabei die Grenze, die sich kontinuierlich mit der Bewegung verschiebt. Die Linie, die Landschaft und Himmel trennt, bildet die Gemarkung einer unendlichen Oberfläche. Sie bildet den Rahmen für die Faszination der sukzessiven Beobachtung einer sich ausufernden Weite. 

Fokussiert der Betrachtende hingegen auf die Details, geht sein Blick in die Tiefe. Es ist eine vertikale Bewegung, die durch Schichten dringen will, aber der Oberfläche stets behaftet bleibt. Dieser Blick fragt nicht nach dem Wohin, sondern nach dem Woher. Er fragt nach den Bedingungen der Existenz und der sich in ihr materialisierten Zeit: Schichtungen auf Schichtungen. Er bemerkt Risse, Furchen, Wölbungen. Und er stellt fest, dass die unteren Sedimente die darüber liegenden in Form und Gestalt erst hervorgebracht haben.