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Ausstellungen

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Die Bleibsel vermitteln den Eindruck von etwas Vergangenem, das wiederentdeckt wurde.

Etwas, das übriggeblieben ist aus einer anderen Zeit. Diese Fragmente gilt es in ihrer

Leichtigkeit und Zartheit zu schützen und zu bewahren. Auf einem materiellen Träger hat

sich ein Hauch von etwas erhalten. Ein Etwas, das als ein Zeichen stehen bleibt; wie eine

Glyphe auf Papier.

 

Bei den Bleibseln wird Kupferstaub mithilfe von Wachs an Leinen gebunden. All diese

Stoffe haben eine Spur in der Kulturgeschichte hinterlassen: Die Wachstafeln der Antike,

das gewebte Leinentuch im ausgehenden Mittelalter und der Kolophoniumstaub auf der

Druckplatte der Kupferstecher im 18. Jahrhundert. Gewebe meint Textur, ist Struktur. Alles

ist Ausdruck, alles ist Abdruck.

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Das Suffix -sel stammt aus dem Mittelniederdeutschen und verweist auf die Kleinheit

seiner Teile. So ist Hadsel klein geschnittenes Stroh. Der Pinsel ist mit dem englischen

pencil durch das lateinische Wort peniculus verwandt. Stift und Pinsel sind die Insignien

des Künstlers.

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